Das Deutsche Aphorismus-Archiv ist am 3. November 2006 im Rahmen des 2. Aphoristikertreffens in Hattingen offiziell eröffnet worden. Es befindet sich in den Räumen des Stadtmuseums Hattingen (Museumsleiterin: Petra Kamburg) und wird ehrenamtlich von Dr. Friedemann Spicker geleitet (www.FSpicker.de). Entscheidende organisatorische Schritte waren
- die Gründung des Fördervereins für das Deutsche Aphorismus-Archiv (DAphA) am 29. 9. 2005, geleitet von dem Initiator der Treffen, Dr. Jürgen Wilbert,
- der Ratsbeschluss der Stadt Hattingen vom 23. 10. 2005, der der Einrichtung zustimmt und einen Teil der Geschäftskosten übernimmt,
- sowie die Einrichtung einer privaten Angelika+Friedemann Spicker-Stiftung, ebenfalls 2005.
Förderverein und Stiftung stellen Mittel für die Ziele des Archivs bereit: Sammlung, Archivierung, Publikation. Eine Schriftenreihe (dapha-drucke) ist gegründet, in der bisher zwei Bände erschienen sind: von Elazar Benyoëtz und Hans Albrecht Moser. Es werden Lesungen, Seminare und Workshops veranstaltet. Die drei Tagungsbände sind veröffentlicht. Auch ein literarischer Wettbewerb wurde durchgeführt und mit einer Anthologie der Sieger abgeschlossen. Die Website www.Deutsches-Aphorismus-Archiv.de (www.dapha.de) unterrichtet umfassend über alle Aktivitäten.
Aufgabe des Archivs ist es laut § 2 der Satzung, den Aphorismus, vorzugsweise den deutschsprachigen, und seine Nachbargattungen zu sammeln und zu erforschen. Es besteht aus der Bibliothek, dem Archiv im engeren Sinne und einer Datenbank. Die laufenden Arbeiten werden auf ehrenamtlicher Grundlage ausgeführt.
Die Bibliothek sammelt Originalbände, Gesamtausgaben mit aphoristischem Anteil und gebundene Kopien von nicht erhältlichen Exemplaren samt der zugehörigen Sekundärliteratur. Sie verfügt bisher über ca. 1500 bibliothekarische Einheiten. Die unselbstständige Literatur ist in ca. 50 Ordnern erfasst.
Das Archiv sammelt alles gedruckte und ungedruckte Material, das mit dem Aphorismus und seinen Nachbargattungen in Verbindung gebracht werden kann. Es sind bisher einige ungedruckte Texte und Textsammlungen, dazu Rezensionen und Briefe zu Hans Arndt, Elazar Benyoëtz, Franz Josef Czernin, Joachim Günther, Hans Margolius und anderen erfasst. Das Archiv bemüht sich um den Vorlass von Aphoristikern; die Autoren werden gebeten, ihm solche Materialien zur Aufbewahrung und Forschung zu überlassen.
Die Datenbank wird im Jahre 2009 online mit Passwort verfügbar sein (Anmeldung: AFSpicker@t-online.de). Für die nahe Zukunft ist als nächster Schritt der Aufbau einer Volltextdatei (der urheberrechtsfreien Aphorismenbände) geplant. |