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Gedicht-Bildband über Trauer und Abschied
72 Seiten, 48 Abbildungen, 35 Gedichte und Aphorismen
Dieses Buch der "Poesie und Hoffnung" möchte betroffenen Menschen seelische Hilfe geben. Es zeigt mit großem ethischem Einfühlungsvermögen Sichtweisen, die der Trauernde in seiner Verzweiflung nicht wahrnimmt.
Klaus Ender über sein Buch:
Wir haben alles gegeben, um dem hohen Anspruch gerecht zu werden, den uns die Trauer abverlangt: Einfühlungsvermögen, Ethik, Anteilnahme – und was die Schöpfung eines Buches betrifft – sensible Gestaltung, beindruckende Bilder, die mit den Texten eine Symbiose eingehen, die nicht nur Trauernden etwas geben wird, sondern allen feinfühligen Menschen. Das Buch verdeutlicht, wie sehr wir im Kreislauf des Werdens und Vergehens der Natur eingebunden sind – und was wir tun können, um unsere Trauer nicht als Schicksalsschlag zu sehen, der nur uns trifft, sondern dass es ein Teil jeden menschlichen Lebens ist.
Der Umgang mit der Trauer fordert uns alle heraus und seit Jahrtausenden gibt es dazu Überlieferungen, wie man zu seiner Zeit mit der Trauer lebte. So ist überliefert, dass der griechische Philosoph Anaxagoras nach der Mitteilung, dass sein Sohn verstorben sei, sagte: „Ich wusste, dass ich ihn als einen Sterblichen gezeugt habe.“
Andererseits wird geschildert, dass Homer „außer sich vor Trauer war“ und der König von Troja wälzte sich im Staub, klagte laut, als er seinen toten Sohn Hektor findet. Die oft nach außen getragene Gefühlskälte anderer geschichtlicher Größen wird erst dadurch erschüttert, wenn sie selbst vom Tode Nahestehender betroffen sind. So hat Cicero hohe Würdenträger gelobt, wenn sie sich ihre Trauer nicht anmerken ließen und dann, als er seine Tochter Tulia 45 v. Chr. verlor, in Briefen schilderte, wie er von der Trauer immer wieder überwältigt wurde und selbst in der Philosophie und Literatur keinen Trost mehr fand. Von Friedrich Rückert (1788 - 1866) weiß man, dass er sich nach dem Tode seiner Tochter Luise schon am nächsten Tag in Gedichten mit der Trauer auseinander setzte.
Um über die Trauer ein Buch machen zu können, das hilfreiche Sichtweisen öffnet, muss man Trauer durchlebt haben. Ich hatte das mehrfach und glaubte, vorerst gegen Trauer immun sein zu dürfen, als mich mitten im Schreiben der Trauer-Gedichte die Todesnachricht meiner einzigen Tochter erreichte. Dieses Geschehen hat meine Sichtweise nochmals verändert und floss in die Gedichte ein. Viele Menschen, die meine Autobiografie gelesen haben, erinnern sich noch an das kleine Mädchen, dass vor Eifer ganz rot wurde, wenn es Indianergeschichten las. Sie machte aus dieser Faszination einen Beruf und gründete ein Fachgeschäft für Western- & Indianerschmuck, den sie direkt in Amerika von den Indianern kaufte.
Während der Trauerfeier, in der im Hintergrund leise Country-Musik lief, vermittelte uns der Redner das Vermächtnis der Verstorbenen: „Ich bin nicht tot, ich bin der Wind in den Bäumen, der Tau auf dem Gras und der Reif auf den Zweigen....“
Mich berührten diese Worte, die dem Wortschatz eines Naturvolkes entnommen sind, zutiefst – und die Erkenntnis, dass der Verstorbene nicht wirklich gegangen ist, sondern zu Staub wird, der uns im Kreislauf des Lebens immer wieder begegnet, waren das Tröstlichste, was ich seit Jahren hörte. Die erdrückende Schwere, die eine Trauer mit sich bringt, wurde in ein zu ertragendes Leid umgewandelt und der einsetzende Trost war für mich von Anfang an spürbar. Der Tod – die Trauer wurden annehmbarer, als frühere Abschiede von geliebten Menschen.
Unser Buch zeigt in beeindruckenden, eigenwilligen und melancholischen Bildern unsere Welt, wie sie uns Lebende umgibt und die Gegangenen umschließt. Die Natur mit all ihren Facetten bringt uns den Tau, den Nebel, das durchbrechende Licht, Steine und Wasser so nah, dass wir vielleicht einen Moment vergessen zu trauern.
Und das ist gut so, denn falsch verstandene – oder nicht enden wollende Trauer schwächt uns – die wir doch leben wollen. Unser Buch mit dem Titel „Loslassen“ soll Ihnen helfen, sich dem Leben zuzuwenden und nach und nach loszulassen, was uns zur Zeit so sehr auf der Seele liegt. Wir brauchen die Kraft für das Leben und für die Erinnerung an unsere Lieben.
Dieses Produkt haben wir am Dienstag, 28. Februar 2006 in unseren Katalog aufgenommen.
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