Suse Freiberg

(*1971), Hundetrainerin und Hundeverhaltenstherapeutin; freie Dozentin für Präventionskurse zur Vermeidung von BeißvorfällenFoto: Suse Freiberg

Ich bin 1971 in Berlin geboren, meine Mutter kommt ursprünglich aus Essex/England und mein Vater kommt aus Deutschland. Als sehr kleines Mädchen bekam ich von meiner Mutter einen kleinen Hund geschenkt, wir nannten ihn „Tapsy“; er war ein Bolonka Da meine Mutter mit mir zu ihrem neuen Lebenspartner zog und dort keine Hundehaltung gestattet war, musste ich meinen Tapsy wieder her geben. Ich habe es damals nicht verstanden und ich verstehe auch heute noch nicht wie man ein Familienmitglied einfach so abschieben kann… dann hätte man eben eine neue, gemeinsame Wohnung finden müssen, in der ein Hund erlaubt ist; zumal es in der Wohnung meiner Mutter ja keinerlei Probleme mit der Hundehaltung gab und unsere Wohnung auch viel größer war… (Tja…und schon bin ich innerlich wieder schmollige 5 Jahre alt…) Ich erinnere mich nicht an viele Situationen mit Tapsy, ich war ja noch sehr jung, aber ich weiß noch genau wie er sich von mir verabschiedete… Ich denke, dass ich schon damals einen besonderen Bezug zu Hunden entwickelt habe und mich dieser Abschied gelehrt hat, dass Loyalität keine Selbstverständlichkeit ist!! Der Stoffhund, für meine Kind-Hund-Kurse zur Prävention von Beißvorfällen, heißt in Gedenken an Tapsy eben genau so  

Ich habe nach der Schule eine Ausbildung zur Friseurin begonnen und relativ schnell gemerkt dass, auch wenn ich mich ganz gut machte, dies nicht meine Welt ist. Daraufhin arbeitete ich hauptberuflich im gastronomischen Bereich. Ich hatte mich nach und nach eingearbeitet und verfeinert und außerdem gelernt mich auf jeden einzelnen Gast individuell einzustellen ohne meine Persönlichkeit zu minimieren; ein Humanstudium der besonderen Art. Heute ist mir die damals gewonnene Menschenkenntnis eine große Hilfe in der hündischen Trainingsarbeit. 

Neben meiner Arbeit in der Gastronomie waren meine Hunde immer meine größte Leidenschaft und mein liebster Zeitvertreib! Mein Rüde hieß „Keoma“ und er konnte es bei seinem vorherigen Herrchen nicht gut gehabt haben. Er war schlecht sozialisiert, konnte mit anderen Rüden überhaupt nicht umgehen, er hatte einen stark übertriebenen Schutztrieb und war außerdem handscheu und schlecht genährt… aber er war auch bildhübsch, 

neugierig und sehr clever. Nachdem Keoma erkannt hatte, dass es in seinem neuen Zuhause liebevoller und fürsorglicher zuging und ich nach und nach seine Ängste behutsam abbaute, war er der treuste , verschmusteste, loyalste und ergebenste Hund, den man sich wünschen konnte… bis man bei einem Spaziergang auf einen anderen Rüden traf!! 

1989 gab es noch nicht so viele Hundeschulen, bzw. Hundetrainer, und die wenigen Hundeplätze, die es gab, behandelten Hunde wie gefühllose Stofftiere Ich suchte Hilfe, aber ich wollte meinen Hund nicht schlagen, kneifen oder anbrüllen müssen. Auch mein Versuch mich zu belesen schlug fehl: die damaligen Hundebücher gaben wirklich nicht viel her und von positiver Bestärkung war das Hundewesen damals leider noch Lichtjahre entfernt… ich hatte keine Ahnung was ich für Keoma und mich tun konnte, aber es musste irgendwie anders werden!! 

Es erstaunte immer wieder all meine Freunde und Bekannten das ich mit meinem Hund „in einem so normalen Ton reden“ (Zitat von damals) konnte und er mit mir, per Blickkontakt, kommunizierte… mich erstaunte immer mehr dass manche Menschen überhaupt so grob und herrisch mit ihren Tieren umgehen konnten… Schon damals fing ich an einigen Hundehaltern Tipps für ihre Hunde und vor allem für ihr eigenes Verhalten gegenüber ihren Hunden zu geben. 

Vielen anderen Hundebesitzern aus meinem damaligen Umgebung, die ähnliche Probleme mit ihren Hunden hatten, fiel natürlich auf das mein Hund sehr viel ruhiger und verträglicher geworden war, sie fragten wie ich das vollbracht hatte und so fing ich an mehr und mehr mit Hundehaltern an ihren Hunden zu arbeiten, meine Trainingsform auszuarbeiten und auch aus Fehlern zu lernen… 

Es war ein tolles Gefühl helfen zu können und Erfahrungswerte zu vermitteln (so empfinde ich meine Berufung auch noch heute!!). 

Bis ich mich dazu entschloss aus meinem Hobby einen Hauptberuf zu machen, vergingen noch viele Jahre. Heute arbeite ich nun schon sehr lange aus Berufung als Hundetrainerin, Hundeverhaltenstherapeutin, Arbeits-& Gebrauchshundeausbilderin und als freie Dozentin für Seminare zur Prävention von Beißvorfällen; ich bin außerdem aktiv im Tierschutz tätig. 

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