Hugo Kükelhaus

(1900 - 1984), Pädagoge, Handwerker, Philosoph, Künstler, Forscher, SchriftstellerFoto: Hugo Kükelhaus

Hugo Kükelhaus

(1900 - 1984), Pädagoge, Handwerker, Philosoph, Künstler, Forscher, Schriftsteller ... Wiedergabe der Texte mit freundlicher Genehmigung von Barbara Vogel-Kükelhaus.

Autorenporträt von Hugo Kükelhaus

Geboren 1900 in Essen absolvierte Hugo Kükelhaus nach dem Abitur zunächst eine Tischlerlehre. Nach Lehr- und Wanderjahren, die er mit der Meisterprüfung abschloss, nahm er ein Studium auf – eine Art „Studium Generale“ ohne festes Berufsziel in Soziologie, Philosophie, Mathematik und Physiologie.

Im Anschluss daran war er zunächst als Innenarchitekt in Bochum tätig und begann mit freien gestalterischen Arbeiten, begleitet von einer journalistisch-schriftstellerischen Tätigkeit, die ihren ersten Höhepunkt 1934 in der Veröffentlichung des Buches „Urzahl und Gebärde“ fand. Weitere Schriften und ungezählte Vorträge folgten im Laufe seines gesamten Lebens.
Dem Handwerk, aus dem er ursprünglich kam, blieb er sein Leben lang mit Leib und Seele verbunden. Es war immer wieder der Ausgangspunkt für seine vielfältigen Arbeiten. So beschäftigte er sich mit den unterschiedlichsten künstlerischen Ausdrucksformen, forschte über Goethe und die Bedeutung der menschlichen Sinne, gestaltete Spielzeuge und Möbel, entwickelte ein „Naturkundliches Spielwerk“ und das „Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne“, schrieb philosophische Essays, ... . Alle diese Tätigkeiten standen aber immer in Korrespondenz miteinander: Kükelhaus war disziplinlos im besten Sinne des Wortes, er verschrieb sich keiner Fachrichtung, stellte aber Verbindungen zwischen verschiedenen Disziplinen her.
Stets war er neugierig auf die Welt wie ein Kind und akzeptierte keine Schranken des Denken. Er war ein Universalist und aus dieser Haltung heraus gingen von ihm wichtige Impulse für unterschiedliche Lebensbereiche wie Pädagogik, Architektur und ökologische Denkweisen aus.
Er vertrat einen humanistischen Bildungsbegriff im klassischen Sinne: Bildung bedeutete für ihn die Ausbildung und Gestaltung aller im Menschen angelegten Fähigkeiten und Begabungen, damit der Mensch sich zu einer allseits entwickelten Persönlichkeit entfalten kann. Dabei hob er immer wieder hervor, dass der Mensch sich letztlich nur selbst bilden kann. Und dazu brauche er eine Umgebung – „eine ihm entgegenstehende Welt“ – die vielfältigste Anregungen und Erfahrungsmöglichkeiten bietet, eine Umgebung also, in der der Mensch genügend „Spiel-Raum“ für seine „Eigen-Tätigkeit“ habe. Er kritisierte in dem Zusammenhang nicht nur kind- und lebensfeindliche Architekturtendenzen, sondern setzte sich vor allem für eine Rehabilitation der Sinne, für ein auf Wahrnehmung, Aktivität, Erfahrung, Spiel und Freude beruhendes Lernen ein.
Als letztes Buch von Kükelhaus veröffentlichte 1981 der Schweizer Verlag „Die Arche“ von Peter Schifferli die Schrift „Du kannst an keiner Stelle mit Eins beginnen“. Sie enthält zahlreiche kalligrafische Aphorismen, sämtlich begleitet von Tuschzeichnungen aus der Feder von Hugo Kükelhaus. Er starb 1984 nach einem langen und bewegten Lebensweg durch alle Perioden und Umbruchphasen des 20. Jahrhunderts.

Weitere Informationen zu Hugo Kükelhaus

Zur Webseite der Hugo Kükelhaus Gesellschaft e.V. die gemeinsam mit dem Stadtarchiv Soest den Nachlass von Hugo Kükelhaus in seinem ehemaligen Wohnhaus, dem sogenannten „Unbezahlbaren Haus“ betreut.

© Foto: Stadtarchiv Soest - Fotosammlung

Webseite von Hugo Kükelhaus:

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