Heinz Nitschke

(*1943), Diplom-Ingenieur FHFoto: Heinz Nitschke

Meinem bisherigen Lebensweg kann ich die gleiche Überschrift wie das Thema des letzten Albums der Puhdys lautet, geben. „Es war schön!"
Hinzufügen muss ich allerdings, es war nicht immer leicht!

Mein Zitat: „ Sie ziehen zuweilen am selben Ende von dem gleichen Strick, das Pech gemeinsam mit dem großen Glück" stammt genau aus diesem Erleben. Der furchtbare 2.Weltkrieg tobte zum Zeitpunkt meiner Geburt in ganz Europa und hat sehr viel Kummer und Leid über die Völker gebracht. Selbst in dieser grauenvollen Zeit wurden also Menschen geboren, um ins Leben hinaus zu gehen, in eine Zukunft, die eigentlich gar keine war.
Dennoch hat auch diese schreckliche Zeit nicht nur mit mir einen Menschen hervorgebracht und zu einem Wesen entwickelt, der seiner Nachwelt noch viele selbsterlebte wertvolle Erfahrungen und Gedanken zu übermitteln hat. Das Leben lehrte mich, die Dinge auf Gottes schöner Welt mit zu gestalten und ein streitbarer Zeitgenosse zu sein. Mein Weg war unter den in der DDR vorherrschenden politischen Bedingungen nicht immer leicht. Häufig war er recht beschwerlich und auch sehr steinig.
Trotzdem habe ich mein Ziel und die Orientierung nie aus den Augen verloren oder bin auf halbem Wege stehen geblieben. Mit meiner Mutter habe ich nach der Flucht und Vertreibung aus meiner oberschlesischen Heimat das schreckliche Inferno am 13.02.1945 in Dresden überlebt. Nach meiner Schulzeit in einem kleinen Bergarbeiterort in Sachsen begann ich im Braunkohlekombinat Espenhain eine Schlosserlehre. Damit wurde eine wesentliche Weiche meines Lebens gestellt. Darauf folgte eine Tätigkeit als Turbinenschlosser und später als Elektromotorenschlosser.
Meinem Berufsziel, Ingenieur zu werden bereite der 13. August 1961 ein jähes Ende. Die Partei- und Staatsführung der DDR hatte zu den Waffen gerufen. Meine Weigerung wäre das totale „Aus" für meine ganze berufliche Entwicklung gewesen. Ein Feind ist mir außer dem einen oder anderen Vorgesetzten in dieser Zeit nie begegnet. Da mit dem geplanten Studium durch diese Mobilmachung alles vermasselt war, lernte ich danach im zweiten Bildungsweg zunächst Elektriker und wurde bald darauf Elektromeister. Auf Grund der Perspektivlosigkeit im damaligen Kombinat Espenhain wechselte ich meinen Arbeitspatz zum Kraftwerksanlagenbau und begann auf der Baustelle des Kraftwerkes Thierbach als Elektriker.
Schon als Elektriker wurde ich nach kurzer Zeit leitender Mitarbeiter, stand dadurch öfter unter Spannung, ließ mich vom Ergeiz leiten und bin niemals im Strom mitgeschwommen. Zu guter Letzt musste ich zur Verwirklichung meines Berufszieles noch einige Widerstände überwinden, sodass mein Leben ziemlich elektrisiert verlief. Während der Bauzeit des Kraftwerkes Thierbach lernte ich meine Frau, die zu dieser Zeit als Sekretärin beim Kraftwerksbau Radebeul tätig war, kennen. Sie war für mich die große Liebe und das große Glück, das mit dem Pech des vermasselten Studiums am selben Strick gezogen hatte. Ohne dieser Weichenstellung und meinem Umweg hätte ich dieses große Glück niemals erfahren.
Seit dieser Zeit weiß ich, dass an den Umwegen mitunter die schönsten Blumen wachsen. Vergessen war der ganze angesammelte Frust mit dem vermasselten Studium.
Motiviert durch die Verantwortung für meine Familie studierte ich im zweiten Bildungsweg Automatisierungstechnik und wurde Leiter der Sicherheitsinspektion des Kraftwerkes Thierbach.

Mit dem Übergang zur Altersteilzeit nutzte ich den Faktor Zeit um ein Buch über mein Leben zu schreiben. Mit diesem Buch wollte ich unseren Kindern und Enkelkindern ein bleibendes Andenken an ihren Vater und Opa anvertrauen.
Schon vor 14 Jahren wählte ich dafür den Titel: „Was ich euch noch sagen wollte", dem Altkanzler Schmidt gleich, der sein Buch gleichen Titels allerdings erst 2015 verlegte.
Es folgten zwei weitere Bücher mit Aphorismen und ein Abenteuerroman für unseren Enkelsohn.
Alle meine insgesamt ca. 1400 Aphorismen und Gedichte sind nur für unsere drei Enkelkinder gedacht. Außer diese hier im Internet zu veröffentlichen, habe ich keine weitere Publizierung vorgesehen. Wenn ich auch noch weitere Aphorismen und Zitate zur Veröffentlichung einreichen werde, dann nur, weil unsere Enkelkinder, auf die wir beide sehr stolz sind, mich immer wieder dazu motivieren.

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