Gedicht zum Thema: Jugend

Dir aber, Geist der Jugend, darf ich sagen,
Was knospend mir das junge Herz beschwert!
Du weißt es, wie in tatenlosen Tagen
Im eig'nen Glüh'n die Seele sich verzehrt;
Und welchen Sang dürft' ich vor dir nicht wagen,
Wenn ihn der Schönheit reiner Blick verklärt?
Im Reich der Dichtung ist die Schönheit Tugend, –
Und Priesterin der Schönheit ist die Jugend.

Wilhelm Hertz

(1835 - 1902), deutscher Dichter, Wissenschaftler und Epiker, war stark durch Ludwig Uhland beeinflusst; Mitglied des Münchner Dichterkreises »Die Krokodile«

Quelle: Hertz, Gedichte. Aus: An die Jugend