Gedicht zum Thema: Gefühl

Verborgenes Ich

Gerne würd ich lachen,
wie viele auf der Welt,
doch aus meinem Rachen,
klingt alles so gequält.

Ich würde gerne schreien,
vor Wut ganz laut und schrill,
nie könnt ich's mir verzeihen,
drum bleib ich lieber still.

Auch würd ich gerne lieben,
und sagen, "Nur wir zwei",
doch nichts geht nach Belieben,
kein Weg dorthin ist frei.

Stets bin ich nur am Hoffen,
auf Änderung ab morgen,
doch das bleibt weiter offen,
mein Ich hält sich verborgen.

Es lebt von mir entfernt,
hüllt sich fest in Schweigen,
drum hab ich's nie gelernt,
Gefühle frei zu zeigen.

© Horst Rehmann

(*1943), deutscher Publizist, Maler, Schriftsteller und Kinderbuchautor