Gedicht zum Thema: Trinken

Ein Heller und ein Batzen,
die waren beide mein, ja, mein.
Der Heller ward zu Wasser,
der Batzen ward zu Wein, ja Wein.

Die Wirtsleut' und die Mädel,
die rufen beid':"O weh, o weh!"
Die Wirtsleut' wenn ich komme,
die Mädel, wenn ich geh', ja geh'.

Mein Strümpf', die sind zerrissen,
mein Stiefel sind entzwei
und draußen auf der Heide,
da singt der Vogel frei.

Und gäb's kein Landstraß' nirgends,
so blieb ich still zuhaus
und gäb's kein Loch im Fasse,
so tränk ich gar nicht draus.

Das war 'ne rechte Freude,
als mich der Herrgott schuf,
'nen Kerl wie Samt und Seide,
nur schade, daß er suff.

Albert von Schlippenbach

(1800 - 1886), Graf Albert Ernst Ludwig Karl von Schlippenbach, deutsch-baltischer Dichter