Gedicht zum Thema: Schmerz

Welt und Weh

Trägst du ein tiefes, herbes Leid im Herzen,
Geh' still allein!
Zeig's nicht der Welt, sie lacht der bittern
Schmerzen
Und spottet dein!

Sie heuchelt Mitleid dir und innig Fühlen
Ob deiner Qual,
Und senkt dir – statt dein brennend Weh zu kühlen –
In's Herz den Stahl!

Sie forscht und späht, und fand sie deine
Wunde,
Sie reißt sie auf –
Erbarmungslos – und speit mit gier'gem Munde
Ihr Gift darauf!

O, wenn du trägst ein tiefes Leid im Herzen,
Geh' still allein !
Zeig's nicht der Welt, sie lacht der bittern
Schmerzen
Und spottet Dein!

Unbekannt

Quelle: Aachener Kritische Revue, 1891-94