Gedicht zum Thema: Müdigkeit, Schlaf

Es war als hört ich rufen: Schlaft nicht mehr!
Den Schlaf ermordet Macbeth, den unschuld'gen,
Den arglos heil'gen Schlaf, den unbeschützten,
Den Schlaf, der den verworrnen Knäul der Sorgen
Entwirrt, der jedes Tages Schmerz und Lust
Begräbt und wieder weckt zum neuen Morgen,
Das frische Bad der wundervollen Brust,
Das linde Öl für jede Herzensqual,
Die beste Speise an des Lebens Mal.

William Shakespeare

(1564 - 1616), englischer Dichter, Dramatiker, Schauspieler und Theaterleiter

Quelle: Shakespeare, Macbeth, um 1608, Erstdruck 1623, hier übersetzt von Friedrich Schiller 1800. Vierter Auftritt, Macbeth