Gedicht zum Thema: Gottvertrauen

Für meinen Part, mit großen Herrn,
Und Meister Urian,
Äß' ich wohl keine Kirschen gern.
Man läuft verdammt oft an.
Sie werfen einem, wie man spricht,
Gern Stiel und Stein ins Angesicht.

D'rum rat ich immer: Lieber Christ,
Laß dich mit keinem ein!
Wann der Kontrakt geschlossen ist,
Bricht man dir Hals und Bein.
Trotz allen Klauseln, glaube du,
Macht jeder dir ein X für U. –

Goldmacherei und Lotterie,
Nach reichen Weibern frei'n,
Und Schätze graben, segnet nie,
Wird manchen noch gereu'n.
Mein Sprüchlein heißt: Auf Gott vertrau,
Arbeite brav und leb' genau!

Gottfried August Bürger

(1747 - 1794), deutscher Dichter, Theologe und Jurist

Quelle: Bürger, G. A., Gedichte. Aus: Der Raubgraf, 1789