Gedicht zum Thema: Traum, Träumen

Was soll die stäte Klage
Um den verlor'nen Traum?!
Es schwinden deine Tage
Wie Blatt um Blatt vom Baum!

Laß' hell dein Auge glänzen!
Und lerne es verstehn:
Mit Blumen dich zu kränzen
Die auf den Gräbern stehn.

Heinrich Seidel

(1842 - 1906), deutscher Ingenieur, ab 1880 lebte er als freier Schriftsteller in Berlin

Quelle: Seidel, Blätter im Winde. Gedichte, 1872. Originaltext