Gedicht zum Thema: Vater

Vatertag

Ob man es will, ob man es mag,
für alles gibt’s nen Jahrestag.
So kommt auch früher oder später
in jedem Mai der Tag der Väter.
Erscheint in jedem Jahre wieder
wie laue Luft und weißer Flieder,
um uns Gelegenheit zu schenken,
allein des Vaters zu gedenken.
Ein Vater, nun, das ist ein Mann,
an den man stets sich wenden kann,
der Nahrung, Kleidung, Wärme gibt,
weil er sein Kind von Herzen liebt.
Der ein Zuhause ihm bereitet
und es ein Leben lang begleitet,
ihm Freund und Lehrer ist zugleich.
Ein Vater macht das Leben reich.
Dem Kind ist er Geborgenheit
in guter wie in schlechter Zeit.
Und gäb’s ihn nicht, bei meiner Treu,
man müsst ihn so erfinden neu.
Am Vatertag man eher sagt,
was man sonst nicht zu sagen wagt
und gerne vor sich her man schiebt:
Ich bin sehr froh, dass es dich gibt!

© Gudrun Zydek

(*1944), deutsche Schriftstellerin, Lyrikerin und Aphoristikerin

Quelle: Zydek, Himmlische Regentropfen. Gedichte, Fouqué Literaturverlag, 1999