Gedicht zum Thema: Essen, Nahrung

Beim Griechen

Hab beim Griechen heut gesessen,
weil ich zu faul zum Kochen war,
Lammkotelett hab ich gegessen,
geschmacklich einfach wunderbar.

Doch plötzlich gab es viel Radau,
am Nachbartisch da ging es rund,
zu Boden stürzte eine Frau,
geschätzt, so hundertachtzig Pfund.

Am Tischtuch krallte sie sich fest,
vier volle Teller riss sie mit,
der Wirt kam an, etwas gestresst,
sprach leise vor sich hin, i-gitt.

Ein Kellner eilte auch herbei,
doch sah er den Zaziki nicht,
er landete in diesem Brei,
saß mitten drin, im Hauptgericht.

Schon nach einer halben Stunde,
war wieder Ordnung im Lokal,
vom Wirt gab's 'ne Lokalrunde,
Bier, Schnaps, Likör, nach freier Wahl.

Ich zahlte dann mein Lammkotelett,
verließ das exzellente Haus,
die Mittagszeit war äußerst nett,
mit einem Wort – ein Augenschmaus.

© Horst Rehmann

(*1943), deutscher Publizist, Maler, Schriftsteller und Kinderbuchautor