Gedicht zum Thema: Armut

Altersarmut

Er schlendert oft durch die Gassen,
schaut sich den Einkaufstrubel an,
kann es überhaupt nicht fassen,
dass er sich nichts mehr leisten kann.

Seine Rente ist bescheiden,
Miete kann er kaum bezahlen,
manchmal muss er Hunger leiden,
sich bewegen unter Qualen.

Gauner haben ihn betrogen,
sind mit üblen Tricks gekommen,
selbst die Bank hat ihn belogen
und sein Hab und Gut genommen.

Seine Freunde sind gegangen,
am Tage als er pleite war,
heute muss er sogar bangen
um sein gesamtes Mobiliar.

Er hat immer nur gegeben,
und an das Gute stets geglaubt,
doch der Glaube ging daneben,
hat ihm fast den Verstand geraubt.

Jetzt ist er alt und gebrechlich,
wird schuldlos ins Abseits gedrängt,
vom Staat eiskalt und verächtlich
in die Altersarmut gezwängt.

© Horst Rehmann

(*1943), deutscher Publizist, Maler, Schriftsteller und Kinderbuchautor