Gedicht zum Thema: Hände

Hände

Sind so klein, die winz’gen Hände.
Von der Mutter zart liebkost,
suchen sie nach ihren Brüsten,
finden Nahrung dort und Trost.

Doch die Händchen werden größer,
erste Schritte folgen bald,
und die Hände seiner Mutter
sind dem Kinde dann ein Halt.

Groß und stark sind seine Hände,
wenn es schließlich wird zum Mann,
der das Leben mutig meistert –
es gibt nichts, was er nicht kann.

Wenn die Mutter alt geworden,
ihre Finger runzlig sind,
greift der Sohn nach ihren Händen,
streichelt sie dann zart und lind.

© Christa Kluge

(*1941), Lehrerin in Ruhestand