Gedicht zum Thema: Menschheit, Menschen

Menschenkinder

Die Natur, das weiß ein jedes Kind,
macht, dass wir verschieden sind.
Ich meine nicht nur Frau und Mann,
wo es fast jeder sehen kann;
da sind noch andere Dinge zu beachten,
die uns so verschieden machten.

Zum Beispiel ist es das Verhalten
bei jungen Menschen und bei alten,
wie man es aus dem Leben kennt,
zumeist doch ziemlich different.
Was dem Einen nicht gefällt,
ist dem Anderen seine Welt.

Einen will es in die Ferne treiben,
der Andere gern zu Hause bleiben.
Der Eine hat die Menschen gern,
der Andere hält sich lieber fern.
Einer schwärmt von großer Politik,
woanders suchen Andere Glück.

Man kann es halten, wie man will,
die Einen laut, die Anderen still.
Der Eine sucht die Kirche auf,
der Andere verzichtet d´rauf.
Dem Einen ist der Himmel richtig,
dem Anderen die Erde wichtig.

Jeder hat sein eigenes Reich
und keines ist dem anderen gleich.
Es hilft auch nicht, zu protestieren,
viel eher noch zu ignorieren.
Das Beste noch, so scheint es mir,
man hat Verständnis auch dafür.

Es ist mir gleich, wie jeder denkt,
was ihn bewegt und was ihn lenkt.
Am wichtigsten ist doch zu wissen,
dass wir auf der Erde leben müssen,
wo einer weint und einer feiert
und mit uns durch das Weltall eiert,

Wir müssen uns nicht alle lieben!
Genug, wenn wir Verständnis üben.
Mit Zuversicht und mit Gerechtigkeit
erwartet uns die bessere Zeit.
Respekt vor der Welt nicht minder;
wir sind doch alle ihre Kinder!

© Fred Ammon

(*1930), Aphoristiker