Gedicht zum Thema: Haus

Häuser auf dem Darß

Wie wenn ein Zauberer
die Zeit ließ stille stehen,
verbergen sie sich lautlos
vor allem Weltgeschehen.

Sie ziehen sich die Mützen,
aus grauem Reet gemacht,
bis über beide Ohren,
sind sicher in der Nacht.

Nur kleine Fenster blinzeln
wie Augen in die Welt,
wenn Sturm und Wellen tosen
und mancher Baum gefällt.

Sie kuscheln sich in Gärten,
so wild und leuchtend bunt,
als lachten sie ganz heimlich
aus tiefstem Herzensgrund.

Denn jedes wird geliebt
von denen, die drin leben
und die mit Lust und Freude
ihm bunte Kleider weben.

© Christa Kluge

(*1941), Lehrerin in Ruhestand