Gedicht zum Thema: Fliegen

Gebet eines Piloten

Herr, wenn ich um den Globus fliege in der Nacht,
mit so viel Power in meiner Hand,
in einer Flughöhe, wo mich kein Vogel und kein
Gewittersturm erreichen kann, hier empfinde und
sehe ich die unermessliche Größe Deiner Schöpfung.

So viele Sterne am Himmel, wie wunderschöne Blumen,
mit so viel Brillanz, als wären sie alle lebendig.
Ich sehe die Gegenwart und die Vergangenheit
von Millionen Jahren.
Hier ist die Zeit jedoch relativ.

Und wenn am frühen Morgen die Sonne aufgeht und den Tag erhellt, der Kontinent noch in tiefer Dämmerung,
der Kosmos ringsum so endlos weit –
mit so viel Freiheit in allen Dimensionen und
strahlenden Sternen am Horizont, so könnte das Paradies sein,
oder Du – oh Herr.

Nur der Wind, der manchmal meine Flügel bewegt,
erinnert mich an meine Arbeit und Verantwortung.
Es ist kein Traum – es ist die Wirklichkeit.

Und wenn der Tag kommt, and dem ich meine Flügel
ablege und gehen muss, will ich Dir danken, Herr,
für alles, was Du für mich getan hast, und dass ich
die Chance hatte, Pilot zu sein …

© Bernd M. Schillen

(*1931), dt. Künstler und Pilot

Für einen kranken Freund