Gedicht zum Thema: Herbst

Herbstbeginn

Der Wind jagt schwarze Wolken übers Land,
und Regen prasselt an die Scheiben
Die Rosen lassen ihre Köpfe hängen –
der Sommer kann nicht länger bleiben.

Der Herbst klopft an und jagt den Sommer fort,
denn jetzt tritt er die Herrschaft an.
Er lässt sich farbenprächtig feiern,
und jeder schmückt sich nun, so gut er kann.

Die Dahlien prunken strahlend noch wie immer
am Gartenzaun im bunten Kleid,
als ginge sie des Herbstes Macht nichts an,
als hätten sie noch lange Zeit.

In grellen Farben brennt der Feuerdorn,
er glänzt und leuchtet gelb und rot.
Und auch die Äpfel und die schwarzen Beeren,
sie denken noch nicht an den Tod.

Doch bald schon wird er kommen, und ein Sturm
reißt dann die Blätter von den Bäumen.
Die stolzen Dahlien werden nun erfrieren,
die Rosen hören auf zu träumen.

Der Feuerdorn wird dann die Vögel nähren,
die Äpfel lagern jetzt im Keller –
jedoch die allerschönsten dunkelroten,
die kommen auf den Weihnachtsteller.

© Christa Kluge

(*1941), Lehrerin in Ruhestand