Gedicht zum Thema: Wetter, Klima

Ein stürmischer Tag

Der Sturm, er peitscht wütend die Wellen ans Land.
Sie tragen gespenstische Reiter aus Schaum
hinüber zum einsamen, steinigen Strand

und fluten das Ufer, das fast menschenleer.
Die schwarzgrauen Wolken, zu Fetzen zerrissen,
sie stürzen beinahe hinab in das Meer.

Des Windes Geheul hier gar schauerlich klingt,
und ängstlich tönt selbst vieler Möwen Geschrei,
das Grauen erregend vom Meer zu uns dringt.

Der Regen, er trommelt voll Zorn an die Scheiben.-
Doch wir sitzen traulich in einem Café
und blicken hinaus in das stürmische Treiben,

genießen Kaffee und den Tee mit Behagen
und lassen den leckeren Kuchen uns schmecken. –
So lässt sich das grässliche Wetter ertragen.

© Christa Kluge

(*1941), Lehrerin in Ruhestand