Gedicht zum Thema: Mutter

Mutter

Liegst schon lang im Grabe kalt
ich denk' auch nach fünfzig Jahren,
an Dich, Mutter. Täglich bald.
Konnt’ Dein Bild so lang mir wahren.

Noch war ich nicht ganz ein Mann,
als Du wurdest mir genommen.
Heute wünscht' ich, dann und wann,
ach, würd'st Du noch einmal kommen.

Einmal seh'n noch Deine Augen,
die so gütig, warm und mild.
Kindlich wieder daran glauben,
dass Du Trutzburg bist und Schild,

wenn es zu entscheiden galt,
welchen Weg wir gehen gar
und Du mahnend sagtest, halt!
Weil Dein Rat der beste war.

Krankheit, Kummer, Liebesleiden,
immer hörtest Du mir zu,
niemals blieb es pures Schweigen,
Freundin-Mutter, das warst Du.

Dafür dank ich Dir bis heute,
sag es täglich in Gedanken.
einzig, was ich stets bereute:
ich vergaß sehr oft das Danken.

All die Liebe, mir gegeben,
Trost und Worte des Verstehens,
sind's die mich noch heut bewegen.
Du sagtest sie nie vergebens.

Danken will ich. ich umarm' Dich,
Du bist in mir, bist nicht fern.
Mutterliebe ist unsterblich,
hab Dich, Mutter, ewig gern.

© Horst Fleitmann

(*1951), Verlagskaufmann und Autor