Gedicht zum Thema: Stadt

Hamburg Landungsbrücken

Stets such ich deinen Zauber zu beschreiben,
Du kühle Stadt. Und doch gelingt es nicht
Zu sagen, wie die hellen Wolken treiben
In diesem einzigartig klaren Licht.

Auch wie die Elbe lebt und jede Regung
Des Windes zeigt in ihrem großen grau
und grünen Spiegel: glatt eben noch, dann rau
In vielen Übergängen. Alles ist Bewegung.

Bewegt bin ich. Wenn auch die blassen Worte
Den Augen nimmermehr das Wasser reichen.
Die Segel stehen ruhig hart am Wind.

Fahrt macht das Schiff, auf dem wir alle sind.
Und schau: die himmelfarbne Pforte
geöffnet wie zu Welten ohnegleichen.

© Lilly Schumann

(*1935)