Gedicht zum Thema: Stadt

Die Stadt

Ich sah den Mond und des Ägäischen
Grausamen Meeres tausendfachen Pomp.
All meine Pfade rangen mit der Nacht.

Doch sieben Fackeln waren mein Geleit
Durch Wolken glühend, jedem Sieg bereit.

„Darf ich dem Nichts erliegen, darf mich quälen
Der Städte weiten Städte böser Wind?
Da ich zerbrach den öden Tag des Lebens!“

Verschollene Fahrten! Eure Siege sind
Zu lange schon verflackt. Ah! helle Flöten
Und Geigen tönen meinen Gram vergebens.

Jakob van Hoddis

(1887 - 1942), eigtl. Hans Davidsohn, deutscher Dichter des Expressionismus

Quelle: van Hoddis, Weltende. Gesammelte Dichtungen, hg. v. Paul Pörtner, Arche, Zürich 1958. In: Weltende. Gesammelte Dichtungen, hg. v. Paul Pörtner, Arche, Zürich 1958