Gedicht zum Thema: Weihnachten

Unterschiedliche Weihnacht

Der Mond sieht in die Fenster,
heut ist die heil`ge Nacht.
Entdeckt die Lichterbäume,
des Festes große Pracht.

"Wie herrlich", denkt der Alte,
"muss doch die Weihnacht sein.
Man sieht nur lauter Pracht und Glanz
und niemand ist allein."

Der Mond zieht seine Bahnen,
doch plötzlich bleibt er stehn.
Hier sieht er keine Kerzen,
was ist hier nur geschehn?

Nun sieht der Mond genauer hin
und nimmt sich etwas Zeit,
hier sitzt ein altes Mütterchen,
ihr Blick, er gleitet weit.

Der Mond, er denkt im Stillen:
"Wie kann das möglich sein?
Heut ist das Fest der Liebe,
warum ist sie allein?"

Als er, noch in Gedanken,
durchs nächste Fenster schaut,
sieht er hier Kindertränen,
kein Baum ist aufgebaut.

Er neigt sein Ohr ans Fenster
und hört von Armut schwer.
"Das soll das Fest der Liebe sein?",
denkt er und sorgt sich sehr.

"Wenn dies das Fest der Liebe ist,
dann ist es schlecht bestellt.
Ich wünschte mir mehr Herzlichkeit
zu Weihnacht in der Welt!"

© Christina Telker

(*1949), Kindergärtnerin, Hobbyautorin