Gedicht zum Thema: Mahnung

He, Mensch

Ja, ich spreche den an
der nur motzen und maulen kann.
Geht es dir wirklich so schlecht?
Wie mir scheint, ist dir nichts recht.

Schau dich um auf dieser Welt,
bald stellst du fest, dass es dir nicht an vielem fehlt.
Krieg und Zerstörung um uns herum,
macht dich dies nicht stumm?

He Mensch, überdenke deine Sprachwahl,
jenem, der nichts hat, wirst du zur Qual.
Jener ist bestimmt nicht glücklich,
findet sein Leben auch nicht entzücklich.

Glaubst nur an deinen satten Magen,
auch mit Mammon lässt sich's recht gut klagen.
Der nichts von beidem hat, zieht sich zurück sehr leise,
klagt still auf seine bescheidene Weise.

Auch seine Wortwahl gleicht nicht der deinen,
statt zu brüllen und zu schreien, ist ihm mehr nach Weinen.
He Mensch, sei zufrieden mit dem was du besitzt,
dein Gemüt zu Unrecht sich erhitzt.

Penner, Faulenzer und Rosinenpicker,
mit solchen Worten hat man Menschen auf dem Kicker.
Statt darüber nachzudenken, weshalb sie so sind,
man lieber arge Gerüchte um sie spinnt.

Der Voksmund sagt:
„Ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen.“
Bei Krakeelern lässt sich Anstand meist vermissen.
Erst wenn sie selbst in Not geraten,
erleben sie selbst nie geglaubte Niederlagen.

Schnell sind sie dann selbst zum Schmarotzer abgestempelt,
werden von „alten“ Kumpels nur noch angerempelt.
Begreifen endlich, was sie anderen Menschen angetan,
bekommen zu spüren den Hochmut des eigenen Clan.

© Horst M. Kohl

(*1943), ehem. Rettungsassistent, nach Berufsende ehrenamtlich tätig im Sport für behinderte Menschen