Gedicht zum Thema: Erinnerung

Der Rabe

[...]

Und der Rabe rührt sich nimmer,
sitzt noch immer, sitzt noch immer
Auf der blassen Pallasbüste,
die er sich zum Thron erkor.
Seine Augen träumen trunken
wie Dämonen traumversunken;
Mir zu Füßen hingesunken
droht sein Schatten tot empor.
Hebt aus Schatten meine Seele
je sich wieder frei empor? –
Nimmermehr – oh, nie du Tor!

Edgar Allan Poe

(1809 - 1849), US-amerikanischer Journalist, Dichter und Literaturkritiker

Quelle: Poe, Gedichte. In: Edgar Allan Poes Werke. Gesamtausgabe der Dichtungen und Erzählungen, Band 1: Gedichte, Herausgegeben von Theodor Etzel, Propyläen-Verlag, Berlin [1922]. Aus: Der Rabe (The Raven), 1845