Gedicht zum Thema: Dorf

Im Dartmoor

Der Wind heult übers weite Moor,
die Nebelschwaden ziehen hin,
verhüllen dicht den grauen Tor,

der mitten in der Heide steht,
sie wie ein König stumm bewacht,
von Regenschleiern sanft umweht.

Im tristen grauen Nebelkleid
die kleinen Dörfer, kaum zu sehen,
scheinbar gefallen aus der Zeit.

Der Regen unablässig rinnt,
die Dörfer scheinen menschenleer. –
Und über allem heult der Wind,

zerrt an der Kirche hohem Turm,
an Häusern, die sich ängstlich ducken
vor Nebel, Regen, Wind und Sturm.

Es klingt fast, als ob einer lacht –
so heult kein Sturm, das ist ein Hund,
der alte Hund von Baskerville,
der schaurig heult in mancher Nacht!

© Christa Kluge

(*1941), Lehrerin in Ruhestand