Gedicht zum Thema: Gedicht, Dichter

Was bleibt?

Goethe sah ein Blümchen stehn,
wie Stern' und Äuglein leuchtend schön.
Schiller mit der tollen Locke
hing es an die große Glocke.
Heine dachte nachts an D.,
und mit Schlafen war's passè.
Brecht sah ungeheuer oben
weiße Wolken, die zerstoben.
Hesse ließ sich Stuf' um Stufe
weiten für des Lebens Rufe.
Storm durchbrauste stille Straßen
einer grauen Stadt mit Hafen,
und so fragt sich der Poet:
Was von ihm bleibt, wenn er geht?

© Hans Munch

(*1958), deutscher Lyriker