Gedicht zum Thema: Glück

Das Glück, es wird erhofft oft schmerzlich.
Wenn’s kommt, verweilt’s nicht lang am Ort;
kaum streift es dich, grüßt kurz und herzlich
und geht, grad angekommen, wieder fort.

Das Unglück setzt, im Gegenteile
sich, wenn es kommt, gern bei dir fest;
umarmt dich, bleibt, und ohne Eile
wird sein Verweilen ihm zum Fest.

Beschaut man’s rückwärts, dann wird klar:
Es hielt im Leben sich die Waage.
Unglück wird oft zum Glück fürwahr.
Auch umgekehrt gilt’s, keine Frage.

© Horst Fleitmann

(*1951), Verlagskaufmann und Autor