Gedicht zum Thema: Wetter, Klima

Das Wetter

Ein Mensch ist stets mit uns’rem Wetter
Ganz unzufrieden und er wettert.

Im Frühling, Winter, Herbst und Sommer,
Ob Sonnenschein, Schnee, Blitz und Donner.

Darum beschließt er ganz für sich,
Die Wettersuche Strich für Strich.

Den Längenkreis von Ost nach Westen,
Durchreist er und sucht nach dem besten.

Dann reist er noch von Nord nach Süd,
und sucht, ob’s dort was bess‘res gibt.

So kommt er schließlich auf der Welt,
An jeden Ort, der wohl gefällt.

Und rundherum stellt er dann fest,
Kein Wetter ist, wie er’s gern‘ hätt‘.

Nach langer Zeit, die rasch verronnen,
Der Mensch zu Hause angekommen.

Hier stellt er fest und mit Bedacht,
Das Wetter tut stets, was es macht.

Kein Mensch, auch er nicht, wird’s vollbringen,
Dem Wetter seine Macht aufzwingen.

Dem Menschen war zutiefst auch klar,
Das vor ihm schon das Wetter war.

Wenn er mit ihm sich noch so reibt,
Der Mensch, er geht, das Wetter bleibt.

© Wolfgang (WoKo) Kownatka

(*1938), deutscher Luftwaffen-Offizier, NATO-Pressestabsoffizier, Bankkaufmann, freier Journalist und Aphoristiker