Gedicht zum Thema: Liebe

Was ich mir wünsche

Ich wünsche mir Augen,
mit denen ich einem Menschen ins Herz schauen kann,
und die nicht blind werden aufmerksam zu sein auf das,
was er von mir braucht.

Ich wünsche mir Ohren,
mit denen ich auch Zwischentöne wahrnehmen kann,
und die nicht taub werden beim Horchen auf das,
was das Glück und die Not des anderen ist.

Ich wünsche mir einen Mund,
der das Unrecht beim Namen nennt,
und der nicht verlegen ist um ein Wort
des Trostes und der Liebe zur rechten Zeit.

Ich wünsche mir Hände,
mit denen ich zärtlich liebkosen kann,
und die nicht festhalten,
was ich in Fülle habe und teilen kann.

Ich wünsche mir Füße,
die mich auf den Weg bringen zu dem,
was wichtig ist, und die nicht stehen bleiben vor den Schritten,
die entscheidend sind.

Ich wünsche mir ein Rückgrat,
mit dem ich aufrecht und aufrichtig leben kann,
und das sich nicht beugt vor Unterdrückung, Willkür und Macht.

Ich wünsche mir ein Herz,
in dem viele Menschen zuhause sind und
das nicht müde wird,
Liebe zu üben und Schuld zu verzeihen.

Ein Wort gibt das andere,
und eine belanglose Meinungsverschiedenheit
wächst sich in Windeseile zu einem handfesten Streit aus.
Am Ende behält das Schweigen das letzte Wort.

Ich wünsche mir, daß ich stark genug bin,
meine eigenen Fehler einzugestehen,
und mich nicht länger schämen muß für meine Schuld.

Ich wünsche mir, daß meine Liebe groß genug ist,
zuzuhören, wo die Not des anderen liegt,
der mir so weh tat, daß ich verstehen und vergeben kann.

Unbekannt