Gedicht zum Thema: Traum, Träumen

Flash Back

Hab Hundert Mal daran gedacht, versucht mir vorzustellen
Bin Hundert Mal gescheitert und Hundert Mal zerschellt
Mit hundert Worten nicht getroffen, was ich sagen will
Bin hundert Leben weiter, doch auch das ändert nicht viel

Über jeden meiner Träume habe ich auch gelacht
Hab endlos schlafen wollen, bin trotzdem aufgewacht
Im Gleichklang mit mir selbst, bin ich auch nicht zu schnell
Konnte Liebe und Haß erfahren, bin nicht daran zerschellt

Doch dann

Der Blitz in meinem Kopfe, ergreift, was ich jetzt bin
Kann nicht mehr klar denken, macht alles keinen Sinn
Die Nächte nicht mehr heiter, entstellt mir jeden Traum
Apathisch sitz ich da, Gedanken brauchen ihren Raum

Zu nichts mehr in der Lage, geprägt von Angst und Schweiß
Versuche anzukämpfen, doch alles hat wohl seinen Preis
Böse Erinnerungen erwachen, greifen nach Raum und Zeit
Bin nicht in der Gegenwart, versetzt in die Vergangenheit

Mein zweites Ich, es stürmt hervor, läßt keinen Platz mehr zu
Bin abgedriftet in eine andere Welt, hab deswegen keine Ruh
Die Schritte nicht koordiniert, lauf auf und ab in meinem Zimmer
Angst und Wut sie sind nun da, sie machen es noch schlimmer

Fragen über Fragen, gestellt nach dem Warum
Kann keine Antwort geben, bin doch auch nicht dumm
Wieso? Weshalb? Sie kommen wieder
Es steckt in mir, nicht in meinen Glieder

Es ist vorbei, der Tag erwacht, kann leben wie zuvor
Ruhe und Gelassenheit, sie kommen wieder vor
Die Furcht gewichen, kein Schweiß mehr da
Ein neuer Mensch ich bin und nichts mehr wie es war.

© Gerd Groß

(*1956), Dichter und Lyriker