Gedicht zum Thema: Liebe

Die große Suche

Ich wanderte durch finsterste Täler, über steinige Wege und staubige Pfade, immer auf der Suche, doch ich fand es nicht.

Ich erklomm die höchsten Bergketten, blickte von den schneebedeckten Gipfeln, stand an den steilsten Schluchten, immer auf der Suche, doch ich fand es nicht.

Ich durchschwamm die tiefsten und breitesten Seen, Flüsse und Meere, tauchte bis auf deren Grund, immer auf der Suche, doch ich fand es nicht.

Ich durchforstete die verlassensten, kleinen Dörfer und die größten, prunkvollsten Städte, immer auf der Suche, doch ich fand es nicht.

Ich durchkämmte die Wälder, über Wurzeln, durch Gestrüpp, kletterte auf die höchsten Bäume, immer auf der Suche, doch ich fand es nicht.

Ich erkundete alle Höhlen, jede Verzweigung, die dunkelsten Ecken, immer auf der Suche, doch ich fand es nicht.

Ich befragte arme Bauern, reiche Kaufleute, kluge Wissenschaftler und jeden anderen, immer auf der Suche, doch ich fand es nicht.

Ich besuchte den Mond, die Sonne, jeden kleinen Stern, jeden einzelnen Planeten, immer auf der Suche, doch ich fand es nicht.

Ich trotzte dem Frühling, dem Sommer, dem Herbst und dem Winter, immer auf der Suche, doch ich fand es nicht.

Ich glaube, die Menschen haben Recht.

Gegen die Liebe ist kein Kraut gewachsen.

© Sarah Razak

(*1975), Nachdenkerin