Gedicht zum Thema: Denken

Früher habe ich oft geweint,
weil du so selten mit mir sprachst
und mich wie Luft behandelt hast,
benutzt wenn du mich brauchtest.

Ich bin lange hinter dir her gelaufen,
habe mich selbst kaum noch erkannt
wäre bereit gewesen in diesem Leben
alles allein, nur für dich zu geben.

Ich wußte damals nicht,
wie sehr du mich benutzt hast,
daß ich für dich nicht mehr war
als ein kleiner Spaß, ein Lückenfüller.

Du konntest es aber auch gut, verdammt,
hast mich jedes Mal aufs Neue glauben lassen,
daß du mich liebst, daß wir zusammen gehören,
selbst wenn der Himmel weinte, lachten wir uns an.

Ich habe oft geweint, wenn ich dich verlassen musste,
ich konnte damals am Bahnhof deine Tränen zählen,
erinnere mich noch oft an das Gefühl, wenn du meine hinfortgeküßt hast
und mir sagtest, wir sehen uns bald wieder.

Du hattest leider recht,
denn jedes Mal wenn wir uns sahen,
weinte ich bittere Tränen um dich,
verlor mich selbst aus den Augen.

Hättest du mir nur gesagt,
daß sich unsere Gefühle nicht decken,
wäre es leichter für mich gewesen,
hätte ich damals nicht so viel um dich geweint.

Heute weine ich noch immer,
doch ich weine nicht mehr um dich
und nicht um das, was wir mal waren,
ich weine um die Zeit, die ich verloren hab.

© Mario Kleine