Gedicht zum Thema: Liebe

Diebin der Herzen
 
Unverrückbar, weißer Schleier,
unverkennbar, weißes Licht,
unbestimmbar, meine Liebe,
ob es reicht? - ich weiß es nicht.

Wortlos einzig, dein Geständnis,
tatenlos die Berührung und dein Blick
lieblos, fühlst dich in Bedrängnis;
alles eine Lüge? Alles nur ein Zaubertrick?

So sprich doch nicht von unserer Liebe,
wenn du nur die deine meinst,
vergiß das Spiel und die Intrige,
denk an die Zukunftsträume von dereinst.

Denk an Versprechen und die Güte,
die Gewißheit, ich bin dein;
den Kuß der Bienen an der Blüte,
an zarte Worte, ohne Trug und Schein.

Denk an Tage voller Hoffen,
an Nächte voll des Engels Schein,
führte ein heller Schleier, unbetroffen,
dich sanft in jeden Himmel rein.

Doch während ich dich nur bewunder’,
die Romantik scheint mir viel zu nah,
dein Bild erhabener, vielfach bunter,
als ein Engel auf Erden es jemals war.

Mit hellem Lächeln, voller Liebe,
zieht dein Herz mich in den Bann,
sag mir, gibt es auch sonst noch Diebe,
einen, der außer dir …

… die Herzen stehlen kann?

© Christopher Tafeit