Gedicht zum Thema: Logik

Logik?

Was ist eigentlich Logik?
Die Wahrheit?
Realistische Schlußfolgerungen aus etwas ziehen?
Alles, was existiert,
muß einen Anfang haben.
Das ist doch logisch, nicht?
Es kann doch nichts geben,
das nie entstanden ist!
Nun, das sagt unsere Logik.
Und wie ist das mit dem Universum?
Wo ist dort der Anfang?
Wie ist es entstanden?
Woraus?
Ist das Universum nicht doch unendlich?
Angenommen, es gäbe wirklich einen Rand des Universums,
dort müßte es doch weitergehen – irgendwie.
Das wäre doch nur logisch, oder?
Doch womit geht es dann weiter?
Mit nichts?
Wäre das etwa logisch?
Angenommen,
das Universum hätte sich
irgendwann
aus Atomen zusammengesetzt.
Woher kommen die Atome?
Die müssen doch irgendwie entstanden sein.
Das wäre doch nur logisch, oder?
Aber wie sind sie entstanden?
Aus dem Nichts?
Wäre das etwa logisch?
Nun,
wir Menschen sind stolz auf uns.
denn wir halten uns für schlau,
denn wir können uns nur mit den Tieren vergleichen.
Doch wie viel wissen wir wirklich?
Sind wir nicht schrecklich dumm?
Sind wir nicht unglaublich klein?
Warum spielen wir uns so auf?
Viele glauben nicht an Gott.
Es wäre unlogisch, sagen sie.
Aber wie richtig ist denn unsere Logik?
Ich denke:
An Gott zu glauben ist nicht gegen den Verstand.
Es ist über dem Verstand.
Darüber kann man stundenlang nachdenken.
Und man würde immer wieder auf Mauern stoßen.
Unser Gehirn ist zu klein,
um sich das alles vorstellen zu können.
Und wenn wir es trotzdem versuchen,
wird uns schwindelig,
das Bild vor unseren Augen
fängt sich zu drehen an.
Und uns überkommt ein leeres Gefühl,
weil wir erkennen,
daß wir nichts sind,
im Universum.
Und doch sind wir alle kostbar,
denn wir sind einzigartig.
Und Logik?
Was ist denn nun Logik?

© Tian Yris