Gedicht zum Thema: Tanz

Vom Osten streift ein Frühlingswind
uns wie im Vorübergehen,
daß im Pokal auf dem grünen Wein
winzige Wellen entstehen.
Da sind die Blüten, von Wirbelgewalt
entführt, zu Boden gegangen.
Mein schönes Mädchen ist trunken bald
mit ihren geröteten Wangen.
Am blauen Faden der Pfirsichbaum
weißt du, wie lange er blüht?
Ein zitterndes Leuchten ist es, ein Traum:
Er täuscht uns nur und entflieht.
Komm, auf zum Tanz!
Die Sonne verglüht!

Li-Tai-Po

(701 - 762), eigentlich Li Taibai, auch: Li Tai-pe, Li Bo, Li Taibo, Li T'ai-po, T'ai-po Li, chinesischer Dichter, bedeutendster Lyriker seiner Zeit, möglicherweise türkischer Herkunft; führte ein unstetes Wanderleben und lebte zeitweilig am Kaiserhof