Gedicht zum Thema: Freiheit

Wer allein ist hat es gut –
weil keiner da, der ihm was tut...!"

Ihn stört in seinem Lustrevier
kein Tier, kein Mensch und kein Klavier.
Und niemand gibt ihm weise Lehren,
die gut gemeint und bös' zu hören.

Der Welt entronnen, geht er still
mit bloßen Füßen, wenn er will.
In Trainingshosen wandelt er
bequem den ganzen Tag umher.

Er kennt kein weibliches Verbot,
drum raucht und dampft er wie ein Schlot.
Geschützt vor Mutter's scharfen Blicken,
kann er sich seine Wurst verdrücken

Liebt er Musik, so darf er flöten,
um angenehm die Zeit zu töten,
und laut und kräftig darf er prusten,
und ohne Rücksicht darf er husten.

Er kocht und siedet was er mag,
genießt den Abend – wie den Tag,
bei'm Fernsehen kann er selbst entscheiden
und sich an alten 'Western' weiden.

Auch am Computer sitzt er still,
kann tun und lassen, was er will.
Kurzum: Der Willy hat es gut,
weil keiner da, der ihm was tut....!

© Willy Meurer

(1934 - 2018), deutsch-kanadischer Kaufmann, Aphoristiker und Publizist, M.H.R. (Member of the Human Race), Toronto

Frei nach Wilhelm Busch