375 Zitate und 31 Gedichte von Johann Gottfried von Herder.

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Liebe ist unser Königreich aus dem Paradiese; worüber wir mit Liebe herrschen, das ist gewiß unser. Je weiter wir also dieses verbreiten, und je enger zugleich es an uns ziehen können, desto weiser und glücklicher sind wir, in den rechten Schranken des menschlichen Lebens.

Johann Gottfried von Herder (1744 - 1803), deutscher Kulturphilosoph, Theologe, Ästhetiker, Dichter und Übersetzer

Quelle: Herder (Hg.), Salomons Lieder der Liebe. Die ältesten und schönsten aus Morgenlande, 1778. II. Über den Inhalt, die Art und den Zweck dieses Buchs in der Bibel

Sache und Erfolg.

Was Dich reget, sei die Sache,
die du tust, nicht ihre Folgen.
Elend wird, wer sie berechnet;
Weisheit ruhet in der Handlung.

Johann Gottfried von Herder (1744 - 1803), deutscher Kulturphilosoph, Theologe, Ästhetiker, Dichter und Übersetzer

Quelle: Herder, Gedanken einiger Bramanen (in: Zerstreute Blätter, 4. Sammlung), 1792

Die Entschließung.

Langsam gehe dir, Freund, die Freundin Entschließung zur Seite;
Eilt sie voran, so holt bald auch die Reue sie ein.

Johann Gottfried von Herder (1744 - 1803), deutscher Kulturphilosoph, Theologe, Ästhetiker, Dichter und Übersetzer

Quelle: Herder, Blumen, aus der Griechischen Anthologie gesammlet (in: Zerstreute Blätter, 1. und 2. Sammlung), 1785-86. Zweite Sammlung. Siebentes Buch

Wissenschaft und Tugend.

Suche die Wissenschaft, als würdest ewig du hier sein;
Tugend, als hielte der Tod dich schon am sträubenden Haar.

Johann Gottfried von Herder (1744 - 1803), deutscher Kulturphilosoph, Theologe, Ästhetiker, Dichter und Übersetzer

Quelle: Herder, Gedanken einiger Bramanen (in: Zerstreute Blätter, 4. Sammlung), 1792

Alles ist in der Natur verbunden: ein Zustand strebt zum andern und bereitet ihn vor.

Johann Gottfried von Herder (1744 - 1803), deutscher Kulturphilosoph, Theologe, Ästhetiker, Dichter und Übersetzer

Quelle: Herder, Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit, 4 Bde., 1784-91. Erster Teil. Fünftes Buch. VI. Der jetzige Zustand der Menschen ist wahrscheinlich das verbindende Mittelglied zweener Welten

Der ganze Lebenslauf eines Menschen ist Verwandlung; alle seine Lebensalter sind Fabeln derselben, und so ist das ganze Geschlecht in einer fortgehenden Metamorphose. Blüten fallen ab und welken, andre sprießen hervor und knospen: der ungeheure Baum trägt auf einmal alle Jahrszeiten auf seinem Haupte.

Johann Gottfried von Herder (1744 - 1803), deutscher Kulturphilosoph, Theologe, Ästhetiker, Dichter und Übersetzer

Quelle: Herder, Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit, 4 Bde., 1784-91. Zweiter Teil. 7. Buch. I. In so verschiedenen Formen das Menschengeschlecht auf der Erde erscheint, so ist's doch überall ein und dieselbe Menschengattung