16 Zitate und 34 Gedichte von Achim von Arnim.

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Süß Erkennen erster Liebe,
Abschied von der weiten Welt,
Aus dem Felsen schlägt sie trübe
Einen Funken, der erhellt.

Achim von Arnim (1781 - 1831), eigentlich Carl Joachim Friedrich Ludwig von Arnim, deutscher Dichter der Romantik

Quelle: Arnim, Halle und Jerusalem. Studentenspiel und Pilgerabenteuer, 1811. Erster Aufzug, neunter Auftritt, Jungfrau

Der Abschied ebnet manchen Widerspruch, die Freundschaft darf zu dem Entfernten freier sprechen.

Achim von Arnim (1781 - 1831), eigentlich Carl Joachim Friedrich Ludwig von Arnim, deutscher Dichter der Romantik

Quelle: Arnim, Halle und Jerusalem. Studentenspiel und Pilgerabenteuer, 1811. Zweiter Aufzug, vierter Auftritt, Lysander

Wer liebt, der ist noch im Himmel jung
Und schauet die Erden von Weitem.

Achim von Arnim (1781 - 1831), eigentlich Carl Joachim Friedrich Ludwig von Arnim, deutscher Dichter der Romantik

Quelle: Arnim, A., Gedichte. Aus: Zuweilen tut mir das Herz so weh, aus einem Brief an Bettine vom 16.10.1820

Wegen eim Schätzele trauern,
Das wär mir ein Schand;
Kehr mich nur herummer,
Geb der andern die Hand.

Achim von Arnim (1781 - 1831), eigentlich Carl Joachim Friedrich Ludwig von Arnim, deutscher Dichter der Romantik

Quelle: Brentano/Arnim, Des Knaben Wunderhorn. Alte deutsche Lieder, 3 Bde., 1805-1808. Tanzreime

Hoffahrt will Zwang haben

O du verdammtes Adelleben!
O du verdammter Fräuleinstand!
Jetzt will ich mich der Lieb ergeben,
Der Adel bricht mein Liebesband:
Ach dacht ich oft bey mir so sehr,
Ach wenn ich nur kein Fräulein wär.

Zu Morgens früh, wenn ich aufstehe,
Da putzet gleich mich die Mamsell,
Ach wenn ich in mein Schnürleib sehe,
Ich das Gefängniß mir vorstell.
Ach dacht ich oft bey mir so sehr,
Ach wenn ich nur kein Fräulein wär.

O du Gefängniß meines Leibes!
Die Brust in goldnen Ketten liegt,
O hätt ich doch des Zeitvertreibes,
Wovon die Kammerjungfer spricht.
Ach dacht ich oft bey mir so sehr,
Ach wenn ich nur kein Fräulein wär.

Denn wenn ich in die Kirch thu fahren,
So hütet streng mich die Mamsell,
Da seh ich die verliebten Paare,
Und jede Dirn, wies ihr gefällt.
Ach dacht ich oft bey mir so sehr,
Ach wenn ich nur kein Fräulein wär.

Will ich mit schönen Knaben reden,
Sie neigen sich in Demuth gleich,
Und merkens nicht, wie gern ich jedem
Sogleich den Mund zum Küssen reich.
Ach dacht ich oft bey mir so sehr,
Ach wenn ich nur kein Fräulein wär.

Was schöne Spässe muß ich sehen
Von Knecht und Magd auf offner Straß,
Doch muß ich gleich vom Fenster gehen,
Wenn die Mamsell erblickt den Spaß.
Ach dacht ich oft bey mir so sehr,
Ach wenn ich nur kein Fräulein wär.

Drum will ich meinen Stand verwandeln,
Will eine Bauerdirne seyn,
Damit ich nicht modest muß wandern,
Und krank ins Fräuleinstift hinein;
Bald denke ich nun gar nicht mehr,
Daß ich ein Fräulein war und wär.

Achim von Arnim (1781 - 1831), eigentlich Carl Joachim Friedrich Ludwig von Arnim, deutscher Dichter der Romantik

Quelle: Brentano/Arnim, Des Knaben Wunderhorn. Alte deutsche Lieder, 3 Bde., 1805-1808. Mündlich