120 Aphorismen und 134 Gedichte über Abschied, Wiedersehen.

Heute geh ich. Komm ich wieder,
Singen wir ganz andre Lieder.
Wo so viel sich hoffen läßt,
Ist der Abschied ja ein Fest.

Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

Quelle: Goethe, Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Sprichwörtlich

Laß mein Aug den Abschied sagen,
Den mein Mund nicht nehmen kann!
Schwer, wie schwer ist er zu tragen!
Und ich bin doch sonst ein Mann.

Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

Quelle: Goethe, Gedichte. Aus: Der Abschied

Zum Abschiednehmen just das rechte Wetter.
Grau wie der Himmel steht vor mir die Welt.

Joseph Victor von Scheffel (1826 - 1886), deutscher Schriftsteller, Romanautor, Kommerslieder

Quelle: Scheffel, Der Trompeter von Säckingen, 1854

Beim Abschied wird die Zuneigung zu den Sachen, die uns lieb sind, immer ein wenig wärmer.

Michel de Montaigne (1533 - 1592), eigentlich Michel Eyquem, Seigneur de Montaigne, französischer Philosoph und Essayist

Quelle: Montaigne, Essais, Erstdruck 1580. Veränderte und erweiterte Sammlung, Paris 1588. Hier nach der Übers. v. J.J.C. Bode 1797

Du siehst die leuchtende Sternschnuppe nur dann, wenn sie vergeht.

Christian Friedrich Hebbel (1813 - 1863), deutscher Dramatiker und Lyriker

Quelle: Hebbel, Tagebücher

Der Brief, den du geschrieben,
er macht mich gar nicht bang;
Du willst mich nicht mehr lieben,
aber Dein Brief ist lang.
Zwölf Seiten, eng und zierlich!
Ein kleines Manuskript!
Man schreibt nicht so ausführlich,
wenn man den Abschied gibt.

Heinrich Heine (1797 - 1856), eigentlich Harry Heine, deutscher Dichter und Romancier, ein Hauptvertreter des Jungen Deutschland, Begründer des modernen Feuilletons

Quelle: Heine, Gedichte. Neue Gedichte, 1844. Neuer Frühling.

Abschiedsworte müssen kurz sein wie Liebeserklärungen.

Theodor Fontane (1819 - 1898), dt. Schriftsteller, Journalist, Erzähler und Theaterkritiker

Quelle: Fontane, Cécile, 1886