92 Zitate und 20 Gedichte über Adel.

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Die gefährlichste Aristokratie bleibt die des Blutes, wenn sie sich auf einen großen und möglichst ungehemmt verwalteten Grundbesitz stützt. So lange wir, aufrichtig gestanden, das Adelsinstitut behalten, seh' ich kein Heil für die Menschheit.

Karl Gutzkow (1811 - 1878), Karl Ferdinand Gutzkow, deutscher Schriftsteller und Journalist, Pseudonym: El Bulwer

Quelle: Gutzkow, Die Ritter vom Geiste. Roman in neun Büchern, 1851. Erstes Buch, neuntes Kapitel: Die Visitenkarte des Tischlers

Edelleute mit Renten leben auf dem Lande, oder vielmehr in den Wäldern, wo sie denn auch so wild werden als die Tiere, die sie jagen.

Johann Gottfried von Herder (1744 - 1803), deutscher Kulturphilosoph, Theologe, Ästhetiker, Dichter und Übersetzer

Quelle: Herder, J. G., Briefe zur Beförderung der Humanität, 1793-1797. Erster Band, erste Sammlung

Hunde und Katzen

Die Hund' und die Katzen die stritten sich
Und zankten sich um die Wette,
Wer unter ihnen urkundlich
Den ältesten Adel hätte.

"Wir haben ein ururaltes Diplom
Lang her von undenklichen Tagen,
Was Remus mit Romulus einst zu Rom
Gab allen Isegrims-Magen."

"Zeigt uns, erwiedern die Katzen, wohlan!
Zeigt her die alten Briefe!
Was steht denn drin, was hangt denn dran?
Wo sind sie, in welchem Archive?"

Man schickte den Pudel eilig nach Rom
Zum Aerger der Katzen und Kater,
Der sollte holen das alte Diplom
Herbei vom heiligen Vater.

Der Pudel kommt ganz ungeniert
Zum Papst hereingetreten;
Er hat den Pantoffel ihm apportiert
Und dann ihn höflich gebeten.

Der Pudel empfing aus des Papstes Hand
Was das Hundevolk begehrte;
Dann zog er wiederum in sein Land
Auf seiner alten Fährte.

Und als er kam an den Po bei Rom,
Da schwamm vor ihm ein Braten,
Er schnappte danach, und verlor sein Diplom,
Und musst' es auf ewig entrathen.

So stand die Sache nun wie zuletzt,
Der Streit blieb unentschieden,
Und Hund' und Katzen halten bis jetzt
Noch immer keinen Frieden.

Die Hunde die denken noch immer so:
Wir werden sie schon überwinden!
Sie suchen und forschen noch immer am Po –
Und können den Adel nicht finden.

Hoffmann von Fallersleben (1798 - 1874), eigentlich August Heinrich Hoffmann, deutscher Schriftsteller, dichtete 1841 auf Helgoland »Das Lied der Deutschen«, dessen 3. Strophe die heutige Deutsche Nationalhymne ist.

Quelle: Fallersleben, H., Gedichte. Aus: Unpolitische Lieder, 1840/41

Die Lebensluft der Aristokratie ist der Egoismus.

Karl Immermann (1796 - 1840), Karl Leberecht Immermann, deutscher Landgerichtsrat, Dramatiker und Romanautor

Quelle: Immermann, Die Epigonen, 1836