145 Zitate und 22 Gedichte über Augen.

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Manche Menschen brauchen gar nicht zu reden, nur zu blicken, und man wähnt eine tiefsinnige Musik zu hören, ein Gemälde des innersten Wesens sich aufrollen zu sehen – solche Magie hat das Auge.

Ida Hahn-Hahn (1805 - 1880), Ida Gräfin von Hahn, eigentlich Ida Marie Louise Sophie Friederike Gustave Gräfin von Hahn, mitunter fälschlich: von Hahn-Hahn, deutsche Schriftstellerin, Lyrikerin und Klostergründerin

Quelle: Hahn-Hahn, Gräfin Faustine, 1841

Die Hand gehört den Nothwendigkeiten des Lebens an, aber das Auge ist ein freies Strahlen von Poesie.

Theodor Mundt (1808 - 1861), deutscher Schriftsteller und Herausgeber von Zeitschriften, Erzähler, Literaturhistoriker, einer der bedeutendsten Vertreter des »Jungen Deutschland«

Quelle: Mundt, Madonna. Unterhaltungen mit einer Heiligen, 1835. Originaltext

Nun gibt es aber in der ganzen Natur keine so sanften und reinen Bewegungen von Linien um- und zueinander als in der Bildung des Auges selbst, in dessen umschatteter Wölbung Himmel und Erde ruht, während daß es das Allerverschiedenste in seinen reinsten Verhältnissen in sich faßt.

Karl Philipp Moritz (1756 - 1793), deutscher Schauspieler und Schriftsteller, Professor für Altertumskunde in Berlin

Quelle: Moritz, Die Signatur des Schönen. Erstdruck unter dem Titel "Inwiefern Kunstwerke beschrieben werden können" in: Monatsschrift der Akademie der Künste und mechanischen Wissenschaften zu Berlin, 1788/89

In deine Augen

Blau wird es in deinen Augen –
Aber warum zittert all mein Herz
Vor deinen Himmeln.

Nebel liegt auf meiner Wange
Und mein Herz beugt sich zum Untergange.

Else Lasker-Schüler (1869 - 1945), deutsch-jüdische Dichterin, Vertreterin der avantgardistischen Moderne und des Expressionismus in der Literatur. Kleist-Preis 1932

Quelle: Lasker-Schüler, Gesammelte Gedichte, Leipzig 1917