113 Zitate und 8 Gedichte über Bauer.

Der Bauer ist auch ein Mensch – so zu sagen.

Friedrich von Schiller (1759 - 1805), Johann Christoph Friedrich Schiller, ab 1802 von Schiller, deutscher Arzt, Dichter, Philosoph und Historiker; gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dramatiker und Lyriker

Quelle: Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Wallensteins Lager, 1798. Erster Arkebusier

Wenn der Bauer wird ein Edelmann,
so guckt er den Pflug mit Brillen an.

Wilhelm Müller (1794 - 1827), genannt Griechen-Müller, deutscher Liederdichter (Wander-, Müller-, Griechenlieder) und Philhellene

Ein Bauer, der sich Geld borgt, ist ein ruinierter Mann, er muss dabei sogar sein Hemd lassen.

Émile Zola (1840 - 1902), Édouard Charles Antoine Zola, französischer Romanschriftsteller des Naturalismus

Quelle: Zola, Die Rougon-Macquart. Die Natur- und Sozialgeschichte einer Familie im Zweiten Kaiserreich (Les Rougon-Macquart. Histoire naturelle et sociale d’une famille sous le Second Empire), 20 Bde., 1871-93. Band 15. Die Erde (La Terre), 1887. Zweiter Teil, I. / Übers. Aphorismen.de

Sind auch schwarz des Bauern Hände,
Weißbrot isst er bis an's Ende.

Wilhelm Gerhard (1780 - 1858), Christoph Wilhelm Leonhard Gerhard, deutscher Kaufmann, Dramaturg und Lyriker

Quelle: Gerhard, W., Gedichte. Wila: Serbische Volkslieder und Heldenmärchen, 1828. Aus: Des Mädchens Wahl

Manches tut man nicht zur Zeit, aber die Feldbestellung muß stets zur Zeit geschehen.

Lü Bu We (Lü Buwei) (um 300 - 235 v. Chr. (Freitod im Kerker)), auch Lü Bu-wei, Lü Puwei oder Lü Pu-wei, chinesischer Kaufmann, Politiker und Philosoph, veranlasste als Gönner der Gelehrten seiner Zeit die Abfassung einer Schrift der "vermischten Schulen" mit dem Titel "Frühling und Herbst des Lü Buwei"

Quelle: Lü Bu We, Frühling und Herbst des Lü Bu We (Lüshi chunqiu), 239 v. Chr.; übersetzt von Richard Wilhelm 1928. Zweiter Teil. Buch XXVI - Schï Yung Lun. 6. Kapitel: Beurteilung der Zeit / Schen Schï. Zitiert wird hier Huang Di

Abendlied eines Bauersmanns

Das schöne große Taggestirne
Vollendet seinen Lauf;
Komm, wisch den Schweiß mir von der Stirne,
Lieb Weib, und denn tisch' auf!

Kannst hier nur auf der Erde decken,
Hier unterm Apfelbaum;
Da pflegt es abends gut zu schmecken,
Und ist am besten Raum.

Und rufe flugs die kleinen Gäste,
Denn hör, mich hungerts sehr;
Bring auch den kleinsten aus dem Neste
Wenn er nicht schläft, mit her.

Dem König bringt man viel zu Tische;
Er, wie die Rede geht,
Hat alle Tage Fleisch und Fische
Und Panzen und Pastet;

Und ist ein eigner Mann erlesen,
Von andrer Arbeit frei,
Der ordert ihm sein Tafelwesen
Und präsidiert dabei.

Gott laß ihm alles wohl gedeihen!
Er hat auch viel zu tun,
Und muß sich Tag und Nacht kasteien,
Daß wir in Frieden ruhn.

Und haben wir nicht Herrenfutter;
So haben wir doch Brot,
Und schöne, frische, reine Butter,
Und Milch, was denn für Not?

Das ist genug für Bauersleute,
Wir danken Gott dafür,
Und halten offne Tafel heute
Vor allen Sternen hier.

Es präsidiert bei unserm Mahle
Der Mond, so silberrein!
Und guckt von oben in die Schale
Und tut den Segen h'nein.

Nun Kinder, esset, eßt mit Freuden,
Und Gott gesegn' es euch!
Sieh, Mond! ich bin wohl zu beneiden,
Bin arm und bin doch reich!

Matthias Claudius (1740 - 1815), deutscher Dichter, Redakteur, Erzähler und Herausgeber des Wandsbecker Boten, Pseudonym Asmus

Quelle: Claudius, Asmus omnia sua secum portans, oder Sämtliche Werke des Wandsbecker Bothen, 1774-1812