10 Zitate über Bedürfnis.

So dich voll Unrast die Gedanken hetzen,
Du brünstig nach Genüssen wirfst die Blicke –
Muß dir der Durst nur immer größer werden.
Der Durst schafft deine Fesseln: starke Stricke.

Buddha (560 - 480 v. Chr.), auch: Siddhartha Gautama (Pali: Siddhattha Gotama), Stifter der nach ihm Buddhismus genannten Religion

Quelle: Buddha, Dhammapada. Anthologie von Aussprüchen des Buddha; enthält 423 Sprüche ethischen Inhalts, aufgenommen in den Palikanon unter den Kurzen Texten (Khuddaka-Nikaya) wohl auf dem 2. buddhistischen Konzil im Jahr 383 v. Chr. 349. Vers. Übersetzt von Hans Much, 1920

Der Körper hat nur geringe Bedürfnisse: er verlangt Schutz vor Kälte, Stillung von Hunger und Durst durch Nahrungsmittel; was außerdem begehrt wird, so gilt die Bemühung dafür nur den Lastern, nicht den Bedürfnissen.

Lucius Annaeus Seneca (ca. 4 v. Chr. - 65 n. Chr.), genannt Seneca der Jüngere; römischer Philosoph, Stoiker, Schriftsteller, Naturforscher und Politiker; Selbsttötung auf Geheiß seines ehem. Schülers Nero (Römischer Kaiser von 54 - 68)

Quelle: Seneca, Trostschrift an Helvia (De Consolatione ad Helviam matrem). 10. Kapitel. Übersetzt von Otto Apelt (1923)
Originaltext: Corporis exigua desideria sunt: frigus summoveri vult, alimentis famem ac sitim extinguere; quidquid extra concupiscitur, vitiis, non usibus laboratur

Eine künstliche Bedürfnisflut überrollt wenige auf Kosten der Grundbedürfnisse vieler.

© Andrea Mira Meneghin (*1967)

Quelle: Meneghin, Was im Kopf einfällt, muss nicht gleich aus dem Mund fallen. Aphorismen, Books on Demand 2017

Hunger läutet, würde Jean Paul gesagt haben, den Tag ein wie Liebe ihn aus.

Walter Benjamin (1892 - 1940), Walter Bendix Schoenflies Benjamin, deutscher Philosoph, Essayist, Literaturkritiker und Übersetzer, nahm sich auf der Flucht vor den Nationalsozialisten das Leben

Quelle: Benjamin, Städtebilder, entstanden 1925-30, Erstdruck 1963 (posthum). Weimar I.

In Wahrheit haben diejenigen, die sehr viel besitzen, auch ein Verlangen nach sehr viel, diejenigen jedoch, die ihren Reichtum nur an der Bedürftigkeit ihrer Natur und nicht an dem Überfluss ihrer Eitelkeit messen, haben Bedarf nur an sehr wenigem.

Boethius (um 480 - um 524 von Theoderich hingerichtet), Anicius Manlius Torquatus Severinus Boethius, römischer Staatsmann und Philosoph, Übersetzer der logischen Schriften des Aristoteles. Bekanntestes Werk »Trost der Philosophie«, entstanden während langer Kerkerhaft

Quelle: Boethius, Vom Trost der Philosophie (De consolatione philosophiae), um 524 n. Chr. 2. Buch. Übers. Aphorismen.de
Originaltext: Verum[...] illud est permultis eos indigere, qui permulta possideant, contraque minimum, qui abundantiam suam naturae necessitate, non ambitus superfluitate metiantur