512 Aphorismen und 228 Gedichte über Beziehung.

Liebevolle Beziehung zu dem anderen soll etwas von uns Entferntes sein? Nein, wenn ich sie erstrebe, dann erreiche ich sie.

Konfuzius (551 - 479 v. Chr.), latinisierter Name für Kongfuzi, K'ung-fu-tzu, »Meister Kong«, eigentlich Kong Qiu, K'ung Ch'iu, chinesischer Philosoph

Gemeinsamkeiten machen eine Beziehung angenehm, interessant wird sie jedoch erst durch die kleinen Verschiedenheiten.

Konfuzius (551 - 479 v. Chr.), latinisierter Name für Kongfuzi, K'ung-fu-tzu, »Meister Kong«, eigentlich Kong Qiu, K'ung Ch'iu, chinesischer Philosoph

Zwei Menschen sind immer zwei Extreme.

Friedrich Hebbel (1813 - 1863), Christian Friedrich, deutscher Dramatiker und Lyriker

Man verbindet sich oft einen Menschen, wenn man nach dem Namen seines Hundes fragt.

Jean Paul (1763 - 1825), eigentlich Johann Paul Friedrich Richter, deutscher Dichter, Publizist und Pädagoge

Du und ich. Für einmal eine Beziehung ohne Fremdwörter.

© Billy (*1932), eigentlich Walter Fürst, Schweizer Aphoristiker

Quelle: Billy, Aphoretum – Gesammelte Aphorismen, 2010

Glück der Erinnerung

Getrennt von dir, bist du mir nicht verloren,
Wenn auch entfernt,
genieß ich reines Glück.
Die schönsten Stunden, immer neu geboren,
Ruft mein lebend'ger Geist in sich zurück.

Schon sitz' ich wieder nah an deiner Seite,
Wir lesen wieder, wie wir sonst getan.
Vereint ins Buch zu sehn, ist große Freude,
Doch größre, sieht man sich einander an.

Nun kommt ein Wort,
das du nicht recht verstanden,
Und ich erkläre dir's, wie ich's vermag.
Du fassest leicht und schnell,
so schnell verschwanden
Am Buch die Stunden, abends wie am Tag.

Bleibt mir doch stets ein freudiges Erinnern,
Wie oft mich dein gewandter Geist entzückt!
So gegenwärtig bleibt der Kuß dem Innern,
Dem vielgeliebten Nacken aufgedrückt.

Dich übermannt der Schlaf
am späten Abend,
Getrost an meiner Seite schläfst du ein.
Wie ist mir nun dein stiller Anblick labend,
Der Züge, die auch schlafend
schön und rein!

Ein Rauschen hör' ich
in dem nächsten Zimmer;
Ich flüstre deinen Namen, - schnell erwacht,
Ermuntert bist du, Leben ganz wie immer,
Und freundlich, wie du je mich angelacht.

Nun wird es spät, du wickelst deine Locken,
Ich bin dir nah und seh beglückt dich an;
Und du erzählst, behend und ohne Stocken,
Ein Märchen mir, wie du es oft getan.

Ist Nacht es nun und muß ich endlich gehen,
Reichst liebend du
den Mantel von der Wand,
Umhüllest mich - ich laß es gern geschehen -
Und drückst mir noch
zum Lebewohl die Hand.

Dann auf der Straße wieder
und im Dunkeln,
Seh' ich hinauf zu deinem Licht zurück.
Und wie am Himmel ew'ge Sterne funkeln,
So trag ich mit mir mein genoßnes Glück.

Johann Peter Eckermann (1792 - 1854), deutscher Schriftsteller, Vertrauter und literarischer Sekretär Goethes

Jede lange und tiefe Beziehung beginnt mit einem Kurzschluß zwischen Herz und Hirn.

© Ernst Ferstl (*1955), österreichischer Lehrer, Dichter und Aphoristiker

Quelle: Ferstl, einfach kompliziert einfach, 1995

In einer guten Beziehung können die Partner sowohl über alles ganz offen reden – als auch über alles ganz offen schweigen.

© Ernst Ferstl (*1955), österreichischer Lehrer, Dichter und Aphoristiker

Quelle: Ferstl, Kurz und fündig. Gedanken mit Tiefgang, 1995

Die Entwicklungschancen einer Beziehung sind um so größer, je mehr Chancen wir ihrer Entwicklung geben.

© Ernst Ferstl (*1955), österreichischer Lehrer, Dichter und Aphoristiker

Quelle: Ferstl, einfach kompliziert einfach, 1995