11 Zitate und 1 Gedicht über Bigotterie.

Frömmler machen auch die Religion zu einem Geschäft. Fromme machen auch das Geschäft zu einer Religion.

Julie Eyth (1816 - 1904), geb. Julie Capoll, deutsche Schriftstellerin, 1842-1853 freie Mitarbeiterin des christlichen Jahrbuchs „Christoterpe“, in dem sie ihre pietistisch geprägten Aphorismen veröffentlichte, Verfasserin der 1852 anonym herausgegebenen 'Bilder ohne Rahmen'

Quelle: Eyth, Bilder ohne Rahmen. Aus den Papieren einer Unbekannten mitgetheilt – nicht von ihr selbst, 1852 (anonym)

Nichts verschlechtert den menschlichen Charakter so tief als Frömmelei: weil sie eine Lüge eben des Heiligsten ist.

Ernst von Feuchtersleben (1806 - 1849), Ernst Maria Johann Karl Freiherr von Feuchtersleben, österreichischer Arzt, Lyriker und Essayist, prägte den Begriff der „Psychose“ in der medizinischen Literatur und gilt als Mitbegründer der Psychosomatischen Medizin

Quelle: Feuchtersleben, Blätter aus dem Tagebuche des Einsamen, in: Beiträge zur Literatur, Kunst-, und Lebenstheorie, 1841

Frömmelnde verunzieren die Menschheit in
allen Organisationen, nicht nur in Religionen.

© Raymond Walden (*1945), Kosmopolit, Pazifist und Autor

Quelle: Walden, Sentenzen von Freiheit, Angelika Lenz Verlag 2005

Man soll sich vor keinem Gott fürchten, sondern sich frei machen vom Wahnglauben.

Epikur von Samos (341 - 271 v. Chr.), griechischer Philosoph

Quelle: Nestle, Die Nachsokratiker, 2 Bde., 1923. Aus unbestimmten Schriften [71]

Das eigne Verdienst noch zu erhöhen, überträgt die frömmelnde Bescheidenheit den Ruhm einer gelungenen That auf Gott, auf sich bloß den reellen Erfolg.

Emanuel Wertheimer (1846 - 1916), deutsch-österreichischer Philosoph und Aphoristiker ungarischer Herkunft

Quelle: Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Es gibt eine Sorte von ›Frommen‹, die nie ›sündigen‹,
aber sich verflucht gern von der Versuchung kitzeln lassen.

Peter Sirius (1858 - 1913), eigentlich Otto Kimmig, deutscher Gymnasialprofessor, Dichter und Aphoristiker

Quelle: Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899