10 Zitate und 1 Gedicht über Bigotterie.

Nichts verschlechtert den menschlichen Charakter so tief als Frömmelei: weil sie eine Lüge eben des Heiligsten ist.

Ernst Freiherr von Feuchtersleben (1806 - 1849), öster. Arzt, Popularphilosoph, Lyriker und Essayist

Quelle: Feuchtersleben, Beiträge zur Literatur, Kunst-, und Lebenstheorie, Verlag von Josef Stockhölzer u. a., Wien 1841. Band 2. III. Blätter aus dem Tagebuche des Einsamen

Frömmelnde verunzieren die Menschheit in
allen Organisationen, nicht nur in Religionen.

© Raymond Walden (*1945), Kosmopolit, Pazifist und Autor

Quelle: Walden, Sentenzen von Freiheit, Angelika Lenz Verlag, 2005

Das eigne Verdienst noch zu erhöhen, überträgt die frömmelnde Bescheidenheit den Ruhm einer gelungenen That auf Gott, auf sich bloß den reellen Erfolg.

Emanuel Wertheimer (1846 - 1916), deutsch-österreichischer Philosoph und Aphoristiker ungarischer Herkunft

Quelle: Wertheimer, Aphorismen, Gedanken und Meinungen. Mit einem Vorwort von François Coppée, Mitglied der französischen Akademie. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart, Berlin, Wien 1896. Originaltext

Es giebt eine Sorte von ›Frommen‹, die nie ›sündigen‹,
aber sich verflucht gern von der Versuchung kitzeln lassen.

Peter Sirius (1858 - 1913), eigentlich Otto Kimmig, deutscher Gymnasialprofessor, Dichter und Aphoristiker

Quelle: Sirius, Tausend & Ein Gedanken, 1899. Originaltext