109 Aphorismen und 2 Gedichte über Chaos.

Da steh' ich schon,
Des Chaos vielgeliebter Sohn!

Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

Quelle: Goethe, Faust. Der Tragödie zweiter Teil, 1832. 2. Akt, Am obern Peneios, Mephistopheles

Die Gabel sticht, der Besen kratzt,
Das Kind erstickt, die Mutter platzt.

Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

Quelle: Goethe, Faust. Der Tragödie erster Teil, 1808. Walpurgisnacht, Hexen im Chor

Unmöglich ist's, den Tag dem Tag zu zeigen,
Der nur Verworrnes im Verworrnen spiegelt.

Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten deutschsprachiger Dichtung

Quelle: Goethe, Gedichte. Ausgabe letzter Hand. 1827, Epigrammatisches, hier aus: Heut und Ewig

Ich sage euch: man muß noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können. Ich sage euch: ihr habt noch Chaos in euch.

Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 - 1900), deutscher Philosoph, Essayist, Lyriker und Schriftsteller

Quelle: Nietzsche, Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen. 1883-1885 (1. vollständige Ausgabe 1892), Erstdruck 1883. Erster Teil. Zarathustras Vorrede

Jedem das Seine geben: das wäre die Gerechtigkeit wollen und das Chaos erreichen.

Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 - 1900), deutscher Philosoph, Essayist, Lyriker und Schriftsteller

Quelle: Nietzsche, Nachgelassene Fragmente. Sommer – Herbst 1882

Auch das Chaos gruppiert sich um einen festen Punkt, sonst wäre es nicht einmal als Chaos da.

Arthur Schnitzler (1862 - 1931), österreichischer Dramatiker und Erzähler

Quelle: Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken. Aphorismen und Fragmente, Wien, Phaidon-Verlag 1927

Der Chaot bricht über sich herein.

© Manfred Hinrich (1926 - 2015), Dr. phil., deutscher Philosoph, Philologe, Lehrer, Journalist, Kinderliederautor, Aphoristiker und Schriftsteller