56 Zitate und 4 Gedichte über Ehestreit.

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Ehestreit: Beziehungspalaver.

© Hans Conrad Zander (*1937), Schweizer Dominikaner, Reporter und Schriftsteller

Wenn der Haussegen schief hängt, hilft auch eine Wasserwaage nicht weiter.

© Willy Meurer (1934 - 2018), deutsch-kanadischer Kaufmann, Aphoristiker und Publizist, M.H.R. (Member of the Human Race), Toronto

Einer zänkischen Frau

Hier schläfet, und Gott sei gedanket!
Ein Weib, das Tag und Nacht gezanket.
Ach, tretet nicht hart, liebe Leut,
Sponst wecket ihr ein neuen Streit.

Georg Rodolf Weckherlin (1584 - 1653), deutscher Lyriker, schrieb Festgedichte, Gesellschaftslieder; Vertreter des literarischen Frühbarock in Deutschland, formal von der Dichtung der französischen Renaissance beeinflußt

Zank ist der Rauch der Liebe.

Ludwig Börne (1786 - 1837), Carl Ludwig Börne, deutscher Journalist, eigentlich Juda Löb Baruch, Literatur- und Theaterkritiker

Quelle: Börne, Gesammelte Schriften. Neue vollständige Ausgabe, Verlag der Börne'schen Schriften, Hoffmann & Campe, Hamburg und Frankfurt a. M. 1862. Der Narr im Weißen Schwan, oder: Die deutschen Zeitungen, 1829

Wenn der Haussegen schief hängt, sollte man nicht versuchen, die Wand nach ihm auszurichten.

© Gerd W. Heyse (*1930), auch: Ernst Heiter, deutscher Schriftsteller und Aphoristiker

Quelle: Heyse, Der Hund des Nachbarn bellt immer viel lauter. Eulenspiegel-Verlag, Berlin 1984

Ehekrach

»Ja -!«
»Nein –!«
»Wer ist schuld?
Du!«

»Himmeldonnerwetter, laß mich in Ruh!«
– » Du hast Tante Klara vorgeschlagen!
Du läßt dir von keinem Menschen was sagen!
Du hast immer solche Rosinen!
Du willst bloß, ich soll verdienen, verdienen –
Du hörst nie. Ich red dir gut zu . . .
Wer ist schuld –?
Du.«

»Nein.«
»Ja.«

– » Wer hat den Kindern das Rodeln verboten?
Wer schimpft den ganzen Tag nach Noten?
Wessen Hemden muß ich stopfen und plätten?
Wem passen wieder nicht die Betten?
Wen muß man vorn und hinten bedienen?
Wer dreht sich um nach allen Blondinen?

Du –!«

»Nein.«
»Ja.«
»Wem ich das erzähle ...!
Ob mir das einer glaubt –!«
– »Und überhaupt –!«
»Und überhaupt –!«
»Und überhaupt –!«

Ihr meint kein Wort von dem, was ihr sagt:
Ihr wißt nicht, was euch beide plagt.
Was ist der Nagel jeder Ehe?
Zu langes Zusammensein und zu große Nähe.

Menschen sind einsam. Suchen den andern.
Prallen zurück, wollen weiterwandern ...
Bleiben schließlich ... Diese Resignation:
Das ist die Ehe. Wird sie euch monoton?
Zankt euch nicht und versöhnt euch nicht:
Zeigt euch ein Kameradschaftsgesicht
und macht das Gesicht für den bösen Streit
lieber, wenn ihr alleine seid.

Gebt Ruhe, ihr Guten! Haltet still.
Jahre binden, auch wenn man nicht will.
Das ist schwer: ein Leben zu zwein.
Nur eins ist noch schwerer: einsam sein.

Kurt Tucholsky (1890 - 1935, Freitod), Pseudonyme: Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger, Ignaz Wrobel; dt. Schriftsteller, Journalist, Literatur- und Theaterkritiker der Zeitschrift "Die Schaubühne" (später umbenannt in "Die Weltbühne"), zählt zu den bedeutendsten Publizisten der Weimarer Republik

Quelle: Tucholsky, Werke 1907-1935. In: Berliner Illustrirte Zeitung, 19.02.1928, Nr. 8 (Theobald Tiger), wieder in: Das Lächeln der Mona Lisa, 1928

Es gibt Polterabende vor und nach der Hochzeit.

Wilhelm Schlichting (genaue Lebensdaten unbekannt, um 1930), Schriftsteller und Verleger (Verlag Wilhelm Schlichting in Stuttgart-Gablenberg)

Quelle: Schlichting, Weiser Humor – Lachende Philosophie. 1000 der besten boshaften Sinnsprüche, gesammelt von Wilhelm Schlichting, Verlag Wilhelm Schlichting, Stuttgart-Gablenberg 1931